Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Musical

Das Ziel: die Ruhrfestspiele 2012


Gladbeck, 10.05.2011, Michael Bresgott



Ja, sie wollen leben! Konzentrierte Probe in der Sporthalle der Erich-Fried-Hauptschule.. Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool
Gladbeck. Regie-Anweisungen ertönen, Applaus brandet auf, ein Trommelwirbel erfolgt, fünf Mädchen tanzen. . . In der Sporthalle der Erich-Fried-Hauptschule herrscht wieder Theater-Atmosphäre pur.
Walter Hüßhoff (IGBCE Mitte) und seine Teampartner bereiten hier mit den Erich-Fried-Hauptschülern intensiv das neue Musicalprojekt vor: „Ich will leben" - so lautet der Titel des Stücks, das am 6. Juli um 18 Uhr in der Stadthalle Gladbeck Premiere hat.
Dann sollen sich - sozusagen zum Schuljahrs-Ausklang - auch die Schülerinnen und Schüler anderer Gladbecker Schulen dieses besondere Bühnenprojekt live ansehen.
MUSICAL-STORY
Aus dem Schülerleben
Die beteiligten Erich-Fried-Hauptschüler stammen aus den Stufen 8, 9 und 10. Die Örtlichkeiten und Begebenheiten des Musicals sind total lokal: FC Gladbeck, Roßheidestraße, ein Linienbus der Vestischen. Das Musical „Ich will leben" kommt direkt aus dem täglichen Leben der jungen Leute, wie auch Walter Hüßhoff betont, der es mit den Schülern erarbeitet hat.
Nach dem Bühnenstück um den Bergarbeiterstreik von 1889 und nach „König von Zeche" ist „Ich will leben" bereits das dritte Projekt in federführender Regie von Walter Hüßhoff, der wieder auf fachkundige Mitstreiter setzen kann: Lehrerin Katarzyna Gawron und Sozialpädagogin Gabi Brockmann zählen zum Theaterteam; Friederike Dopp, Nobert Gerbig und Reinhard Dannhoff gestalten mit den Schülern den musikalischen Part, Bernd Häßler ergänzt als professioneller Berufseinstiegsbegleiter das Team, denn auch hier geht es ja wieder vor allem darum, die Akteure gezielt im Selbstbewusstsein zu stärken, ja ihnen bei den Proben auch Sekundärtugenden wie Zuverlässigkeit und Disziplin zu vermitteln, die für einen erfolgreichen Azubi-Start unerlässlich sind.
Vor diesem Hintergrund stellte im Gespräch mit der WAZ auch Schulleiter Gregor Hohaus die besondere Bedeutung dieses Projektes heraus.
Eine Story mit viel Lokalkolorit
Es geht in dem Stück um zwei Schüler und ihre Klasse, um deren Verhältnis zum Lehrer - ja, um Menschen, die immer mehr Vertrauen zueinander fassen; um Menschen, bei denen schließlich das Eis bricht, wie Walter Hüßhoff formuliert. Und das alles mit viel Lokalkolorit.
Das ehrgeizige Ziel der Beteiligten lautet übrigens: Ruhrfestspiele 2012! Die Gladbecker Erich-Fried-Theaterformation will zur Eröffnung der nächsten Festspiele auf dem Grünen Hügel in Recklinghausen ihr neues Stück auszugsweise zeigen. Dann gibt es ja stets das große bunte Volksfest am Festspielhaus, bei dem im Mai 2012 auch die Gladbecker präsent sein wollen.
Kohle und Kumpel, Arbeit und Kultur - eigentlich passt das Braucker Projekt perfekt in die legendäre Recklinghäuser Festspiel-Idee. (WAZ, 11.05.2011)

 http://www.youtube.com/watch?v=NG-9XsD9Rvk