Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Musical -Der größte Schatz der Welt

Gladbecker Hauptschüler führen eigenes Musical auf

Vor einem Jahr haben die Proben begonnen.Am Mittwochabend hat das Musical „Der größte Schatz der Welt“ Premiere.                                               Foto: Gerhard Schypulla

Gladbeck. „Der größte Schatz der Welt“ lautet der Titel des Musicals, das die Schüler der Erich-Fried-Schule selbst geschrieben und einstudiert haben. Auf der Suche nach der entführten Isabella nehmen die Darsteller das Publikum mit auf eine Reise durch ihre Herkunftsländer.

Deutlich sprechen, Einsätze nicht verpassen, Bühnenbilder rechtzeitig wechseln – die Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Schule gaben ihr Bestes bei der Generalprobe für ihr selbst geschriebenes Musical: „Der größte Schatz der Welt“ wird am Mittwoch, 18. Juni, um 18.30 Uhr in der Aula des Schulzentrums Brauck aufgeführt.


Auf der Suche nach der entführten „Isabella“ nehmen die Darsteller das Publikum mit auf eine Reise durch die Heimatländer der Jugendlichen, die eine Idee von Walter Hüßhoff zu einer kreativen und bewegenden Geschichte ausgebaut haben.


Überhaupt ist bei diesem Stück alles selbst gemacht: Unter Anleitung der Berufsbegleiter Bernd Häßler, Katarzyna Trommel, Sarah Osthoff und Thomas Kaiser malten die Schüler die Bühnendekoration und lernten den Umgang mit der Bühnentechnik. Tipps zu Schauspielerei und Tanz gab es von Theaterpädagogin Judith Pielsticker, und zusammen mit Musiklehrerin Frederike Dopp studierten sie Instrumente und Musikstücke ein.

Ein Jahr haben die Schüler geprobt

Flexibilität ist gefragt: So spielt Sandra Szymanska nicht nur charmant den ehrgeizigen Entführer „Black“, sondern begleitet ihre Schauspielkollegen auch auf dem Keyboard und singt zur Szene in ihrem Heimatland ein polnisches Lied. Die Hauptrolle ist eine sprachliche Herausforderung für die 17-Jährige, die seit zwei Jahren in Deutschland lebt: „Aber es macht richtig Spaß und ich habe jetzt mehr Kontakt zu deutschen Schülern.“ Auch Kontakte zwischen den Altersgruppen ergeben sich spielend, wenn Musiker und Darsteller Burak Uslubas (17) Bühnentechniker Fabian Heynowski (11) vor Beginn der Generalprobe ein paar Griffe auf der Bassgitarre zeigt.

In der einjährigen Probenzeit lernten die Projektteilnehmer viel mehr als gerade Sätze zu sprechen, sie erlebten Werte wie Gemeinschaft und Vielfalt. Denn gerade beim gemeinsamen Musikzieren in einer Band müssen sie sich aufeinander verlassen. Und der Erfolg motiviert.

Berufsbegleiterin Trommel berichtet begeistert: „Auch Schüler, die sonst nicht so gern zur Schule gehen, blühen hier richtig auf und sind stolz, etwas aus ihrem Land zu zeigen.“ So tanzen Isabella und ihre Verfolger im Libanon den traditionellen Dabke-Tanz, bekommen es in Spanien mit einem wilden Stier zu tun und feilschen auf einem türkischen Markt um Stoffe. Aber wer genau das beste Eis südlich von Gladbeck verkauft, wie viele Ziegen wirklich die Berghänge der Schweiz abgrasen, wo die ehrlichsten Kumpel leben und welchen Schatz die Jugendlichen am Ende tatsächlich finden – das wird erst bei der Premiere verraten.

Julia Haseloff  (WAZ 18.06.2014)