Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Projekt "Einstieg ins Berufsleben"

An der Seifenkiste für den zukünftigen Beruf lernen

Die Schüler der Erich-Fried-Schule zeigen, was sie mit unterschiedlichen Werkzeugen können.
Die Schüler der Erich Fried-schule zeigen, was sie mit unterschiedlichen Werkzeugen können.
Foto: Walter Hüßhoff
 


Gladbeck. Gladbecker Unternehmen, IG BCE, Stadt und Lehrer setzen sich an der Erich-Fried-Schule für ein bundesweit einmaliges Projekt mit klarem Ziel ein.

Von der Schulbank direkt an die Werkbank - das wäre eine Idealvorstellung, klappt aber leider nicht immer so reibungslos. Deshalb erhalten acht Schüler der Erich-Fried-Hauptschule jetzt in einem bundesweit einmaligen Projekt geballte Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf. Sie lernen schon vor dem Schulabschluss einzelne Berufe kennen und finden über die praktische Arbeit heraus, was ihnen liegt. Angestoßen hat diese Initiative Walter Hüßhoff, Ehrenvorsitzender der IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie). Er hat sich, wie schon bei anderen Vorhaben, auch diesmal kompetente und gewichtige Mitstreiter ins Boot geholt: Gladbecker Unternehmen.
Praktische Arbeit kennenlernen

Seit sechs Wochen stellen unterschiedliche Betriebe den Lernenden ihre Arbeit vor - sie bringen Material und Werkstoffe in die Unterrichtsstunden, mit denen die Schüler arbeiten. Zweimal wöchentlich lernen die Zehntklässler außerdem technische Rechenarten sowie den Umgang mit Werkzeugen. Übungsobjekt ist eine übergroße, lenkbare Seifenkiste.

Die Teilnahme an diesem Unterricht ist freiwillig. Ziel ist die Förderung der Teamfähigkeit und des Sozialverhaltens. Schüler sollen sich zum ersten Mal mit ihrer eigenen Zukunft auseinandersetzen. Sie sollen Voraussetzungen für unterschiedliche Berufe kennenlernen.

„Wir wollen die Schüler in den Beruf bringen, die Unternehmen wollen die Schüler haben", sagt Gregor Hohaus, Schulleiter der Erich-Fried-Schule, der das Projekt zusammen mit Walter Hüßhoff, Ehrenmitglied der IG BCE, und Fachlehrerin Beate Kukla entwickelt hat. „Ich bin über die Unterstützung aller Projektpartner froh, die sich aktiv beteiligen", ergänzt er. Walter Hüßhoff stellt heraus: „Den Schülern muss klar werden, welchen Beruf sie machen wollen. Wir unterstützen sie auf ihrem Weg, wenn sie sich engagiert zeigen. Sie müssen jedoch etwas bewirken wollen."

Die Unterstützung leisten die Braucker Unternehmer Gemeinschaft (BUG), der Verein zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft (VGW), die Wirtschaftsförderung der Stadt, die Handwerkskammer Münster, die IG BCE und das Unternehmen Viva West Dienstleistungen aus Gelsenkirchen. Materialien und Sponsorengelder stellen die Sparkasse Gladbeck und der REVAG Geschichtsverein bereit.

Auch Bürgermeister Ulrich Roland beteiligt sich an der Aktion. Er unterstützt das Schulprojekt als Pate. Er betont: „Wichtig ist die Botschaft, die alle Beteiligten klarstellen wollen. Schüler, die es schwer haben, sind uns nicht egal. Man muss für sie da sein und ihnen helfen."

(WAZ 21.09.2015)